Zahlensender – es gibt sie noch

Zahlensender – es gibt sie noch

© Matthias HB9TPN

Wer kennt sie nicht, die Zahlensender?
Vor allem während des Kalten Krieges leierten sie auf Kurzwellenfrequenzen stundenlang scheinbar endlose Zahlenreihen herunter. Ich war der Meinung, dass sie längst verschwunden wären.
Doch weit gefehlt: Heute entdeckte ich knapp ausserhalb des 20-m-Bandes ein Signal auf der Spektrumsanzeige und hörte etwas genauer hin. Und tatsächlich: Es gibt sie noch, die Zahlensender.

Interessant ist, dass in Kurzwellendatenbanken auf 14.361 kHz gelegentlich auch die Zahlenstation E07 (russische Numbers Station) aufgeführt wird, allerdings zu bestimmten Zeiten und nicht als dauerhafte Belegung.

E07 ist die Bezeichnung einer sogenannten Zahlenstation (Numbers Station). Dabei handelt es sich um Kurzwellensender, die scheinbar zufällige Zahlenfolgen, Wörter oder Buchstaben aussenden. Die Stationen richten sich vermutlich an Empfänger mit speziellen Entschlüsselungsverfahren. Die tatsächlichen Betreiber werden in der Regel nicht offiziell bestätigt. Die Frequenz 14.361 kHz wird in Kurzwellendatenbanken als eine von mehreren für E07 genutzten Frequenzen aufgeführt.

Typische Merkmale von E07

  • Aussendung in englischer Sprache.
  • Zahlen werden klar und monoton vorgelesen.
  • Oft geht der Übertragung ein Rufzeichen oder eine Kennung voraus.
  • Die Sendungen erfolgen zu festen Zeiten und auf festgelegten Frequenzen.
  • Die Inhalte wirken für normale Hörer bedeutungslos, sollen aber vom Empfänger entschlüsselt werden.

Warum gibt es solche Stationen?

Als wahrscheinlichste Erklärung gilt die Übermittlung verschlüsselter Nachrichten an Nachrichtendienstmitarbeiter im Ausland. Der Vorteil von Kurzwelle ist, dass ein Sender weltweit empfangen werden kann, ohne dass der Empfänger selbst senden muss.